Mit dem Konzert des Ensembles «La Nuova Musica» schliesst das Internationale Festival für Geistliche Musik Freiburg (FIMS) das Gästebuch seines 40-jährigen Jubiläums auf die schönste Art und Weise . Die 21. Ausgabe des Festivals begeisterte nahezu 5.000 Zuhörerinnen und Zuhörer in der teilweise renovierten Kirche des Kollegiums St-Michael, in der Kathedrale St. Nikolaus, im Korso und im Centre Le Phénix.
Die Organisatoren des FIMS ziehen mit grosser Begeisterung eine sehr positive Bilanz dieser 21. Ausgabe – einmal mehr dank der herausragenden Qualität der Darbietungen und des internationalen Rufs der Ensembles. Die Anwesenheit von nahezu 5.000 Konzertbesucherinnen und -besuchern zeugt trotz des reduzierten Platzangebotes in der Kirche von einem stabilen und anhaltenden Zuspruch. Das Festival beweist, dass es sich immer wieder neu erfinden kann und seit 40 Jahren ein wichtiger Treffpunkt für interkulturellen Austausch und künstlerische Begegnungen ist.
Das FIMS veranstaltete 19 Konzerte mit insgesamt 294 Künstlerinnen und Künstlern. Die meisten Ensembles waren zum ersten Mal in Freiburg und einige sogar das erste Mal in der Schweiz, darunter El Gran Teatro del Mundo mit seinem „Requiem für Maria Theresia von Österreich“, das als Weltpremiere aufgeführt wurde. Alle Konzerte wurden von RTS Espace 2 aufgezeichnet, die meisten davon zudem live übertragen und – live oder zeitversetzt – in zahlreichen Mitgliedsländern der Europäischen Rundfunkunion (EBU) ausgestrahlt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals wurde zudem ein FIMS-Konzert von der RTS gefilmt. So wird das Eröffnungskonzert des italienischen Ensembles Coro e Orchestra Ghislieri am 3. September 2026 auf RTS ausgestrahlt.
Kreatives Schaffen und Nachwuchs im Rampenlicht
Seit seiner Gründung hat sich das FIMS die Förderung des künstlerischen Schaffens zur Aufgabe gemacht. Bei dieser 21. Ausgabe bot sich die Gelegenheit, das mit dem ersten Preis des 15. Kompositionswettbewerbs des Festivals ausgezeichnete Werk zum Klingen zu bringen. „La Nocte fidei” des jungen Komponisten Antoine Gabriel Brun aus Lyon wurde vom belgischen Ensemble Graindelavoix interpretiert und mit minutenlangen Standing Ovation gefeiert. Die Weltpremiere von „Ave generosa” des Freiburger Komponisten Étienne Crausaz, aufgeführt vom britischen Ensemble The Gesualdo Six vor ausverkauftem Haus, war ein weiterer Höhepunkte dieser Ausgabe. Das vom FIMS in Auftrag gegebene Werk beweist die Lebendigkeit des Repertoires geistlicher Musik, dessen Erneuerung das Festival durch die Förderung des künstlerischen Nachwuchses vorantreibt. Davon zeugt auch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Waadt Wallis Freiburg (HEMU), dessen Orchester gemeinsam mit dem Freiburger Kammerorchester im Rahmen eines grossen Sinfoniekonzerts Werke von Berg und Mahler aufführte.
Das Atelier für gregorianischen Gesang, mittlerweile ein fester Bestandteil des FIMS, stiess auf grossen Anklang. Unter der Leitung von Prof. Rolandas Muleika, dem Leiter des Ensembles Antiphona aus Toulouse, traten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Samstag, 11. Juli, bei einer öffentlichen Aufführung auf und gestalteten am nächsten Tag die Sonntagsmesse in der Kathedrale St. Nikolaus.
Die vielfältigen Dimensionen geistlicher Musik
Das FIMS ist stolz darauf, ein anspruchsvolles Programm präsentiert zu haben, das mehr als ein Jahrtausend Musikgeschichte umfasste: aus dem Barock mit den Belgiern von «BachPlus», den Italienern des Ensembles «Ghislieri» und den Französinnen «Les Kapsber’girls» bis hin zum Abschlusskonzert des englischen Ensembles «La Nuova Musica», von der Renaissance mit den Briten «The Gesualdo Six», den Belgiern «Graindelavoix» und den Spaniern des Ensembles «El Gran Teatro del Mundo»“ bis hin zum gregorianischen Gesang des österreichischen Frauenensembles „Graces & Voices“ und der Musik des 20. Jahrhunderts durchdas französische Ensemble «La Sportelle».
Während neun Tagen konnte das Publikum dank der Konzertreihe „Musik aus aller Welt“ die vielfältigen Facetten geistlicher Musik entdecken. Von Bulgarien bis Syrien, von Kirgisistan bis Frankreich erlebten die Zuhörerinnen und Zuhörer klangliche und visuelle Entdeckungsreisen zwischen Polyphonie und Sufi- Meditation.
Ein Jubiläum in der Stadt
Zur Feier seines 40-jährigen Bestehens hat das FIMS die Stadt Freiburg mit Veranstaltungen belebt, die das reichhaltige Netzwerk an Partnerschaften mit verschiedenen Freiburger Kulturakteuren zum Tragen brachte: ein Kino-Brunch im Korso, ein Lunch-Konzert im Zentrum Le Phénix und ein Orgelkonzert in der Kathedrale St. Nikolaus mit dem Komponisten und Organisten Thomas Lacôte, die Stadt der Zähringer war erfüllt von Klängen des FIMS. Das Epizentrum des Festivals blieb jedoch das Kollegium St. Michael. In dessen Kirche, deren erster Teil der Renovierung gerade abgeschlossen wurde, genoss das Publikum ein Programm, das das wie eine zeitliche, sinnliche und emotionale Reise erlebt wurde. Die geistliche Musik zeigte einmal mehr, dass sie nach wie vor eine universelle Sprache ist.
Das FIMS freut sich schon heute darauf, das Publikum vom 1. bis 9. Juli 2028 zur 22. Ausgabe des Festivals zu empfangen.
© Julien Chavaillaz

