Ensemble Graindelavoix
Dienstag 07 Juli - 20:00
Kirche des Kollegiums St. Michael in Freiburg

Ensemble Graindelavoix

Belgien

Renaissance und zeitgenössisch 

«Media vita in morte sumus»

Gombert, Senfl, Sheppard, Lange, Lassus, Kerle, Gay, Philips

Antoine Gabriel Brun: «Nocte fidei», Uraufführung (1. Preis des 15. Kompositionswettbewerbs des FIMS)

Pierre-Antoine Tremblay, Christopher Price, Naturhorn 

Björn Schmelzer, Naturhorn 

Media vita in morte sumus – ein populäres, allerdings gefährliches Lied – war kein einfacher Gesang, sondern eine Beschwörung, wenn nicht gar eine Verwünschung. 1316 verbot die Synode von Köln ausdrücklich seine Aufführung ohne bischöfliche Genehmigung, insbesondere wenn es «gegen Lebende» gerichtet war. Obwohl Teil der offiziellen Liturgie, wurde es insgeheim als Beschwörungsformel für böse Zaubersprüche verwendet. Sein dialektischer Inhalt, «Mitten im Leben sind wir m Tod umfangen», führte zweifellos zu dieser zweckentfremdeten Verwendung, doch seine eindringliche Melodie und beschwörende Kraft trugen sicher auch dazu bei. Die ursprüngliche Form ist in den meisten erhaltenen polyphonen Fassungen deutlich zu hören. Das neue Programm von Graindelavoix erkundet das Nachleben von Media vita anhand einer kleinen, doch faszinierenden Sammlung polyphoner Bearbeitungen von Komponisten wie Nicolas Gombert, Ludwig Senfl, John Sheppard, Orlando di Lasso oder José Gay. Das belgische Ensemble zeigt, wie diese Versionen den ambivalenten und magischen Charakter des Gesangs nutzen und mit ihm spielen, indem sie seine beschwörende Dimension einsetzen, um ihn in polyphone Stücke von atemberaubender Ausdruckskraft und Schönheit zu verwandeln. Jede Neubearbeitung scheint auf der vorherigen zu beruhen, enthüllt eine bisher unbekannte Facette desselben Stoffs und bietet den Zuhörenden ein einzigartiges Erlebnis, das den Zauber der Beschwörung bewahrt, ohne ihn zu verfälschen.

Ebenso einzigartig ist die Uraufführung von Nocte Fidei des Franzosen Antoine Gabriel Brun, der den 1. Preis des 15. Kompositionswettbewerbs des FIMS gewann. Ein Werk, das die Jury «durch die Klarheit, Tiefe und Kohärenz des von ihm gestalteten musikalischen Universums» und aufgrund der geschickten Nutzung des vorgegebenen Rahmens überzeugte: «Das Spiel der beiden Naturhörner ist durch einen Dialog der Timbres von hoher Sensibilität gekennzeichnet, der von einem präzisen Verständnis der akustischen Logik dieser Instrumente zeugt. Die Behandlung der Zeit, die in Resonanz zum Text Media vita in morte sumus steht, bietet den Sängern und Hornisten einen weiten Interpretationsspielraum. Das Stück zeugt von einer raffinierten Beherrschung der Klangfelder, angeordnet um Haltetöne, die an den Ison der byzantinischen Tradition erinnern können, und schafft so einen vibrierenden und zugleich zurückhaltenden Hörraum. Die durch den Titel angekündigte spirituelle Dimension bietet eine Erfahrung an der Schwelle zwischen Dunkelheit und Licht. Die Jury erkannte in Nocte Fidei eine bereits einzigartige, abgeklärte und künstlerisch beseelte Stimme.»

Eintrittspreise

Kategorie 1 - CHF 70.-
Kategorie 2 - CHF 50.-

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