20. Jahrhundert
Berg: Violinkonzert «Dem Andenken eines Engels»
Mahler: Sinfonie Nr. 4
Felix Froschhammer, Violine
Mathilde Louvat, Sopran
Philippe Bach, Leitung
Eine hochkarätige Zusammenarbeit zwischen den Nachwuchskräften der HEMU und dem Freiburger Kammerorchester unter der Leitung von Philippe Bach aus Saanen, der seit September 2024 dessen Geschicke lenkt, um zwei absolute Meisterwerke des frühen 20. Jahrhunderts aufzuführen. Zunächst das bewegende Violinkonzert «Dem Andenken eines Engels» mit einem neuen Mitglied des HEMU-Lehrkörpers als Solist, Felix Froschhammer, der als Quartettist und Konzertmeister des Ensemble Symphonique Neuchâtel und der Sinfonietta de Lausanne wohlbekannt ist. Das Werk aus den frühen 1930er-Jahren ist eine meisterhafte Antwort auf die Herausforderung, die der amerikanische Geiger Louis Krasner an Berg richtete. Krasner hatte sich gefragt, ob die Mitglieder der Neuen Wiener Schule in der Lage seien, Lyrik und Emotionen in ihrer allgemein als intellektuell, ja mathematisch angesehenen Kompositionsweise zum Ausdruck zu bringen. Zugleich ist das Violinkonzert eine Hommage in Form eines Requiems zum Gedenken an Manon Gropius, die mit achtzehn Jahren verstorbene Tochter seiner Freunde Alma Mahler und Walter Gropius. Gustav Mahlers etwa dreissig Jahre zuvor komponierte Vierte ist zweifellos die «klassischste» seiner Sinfonien. Das monumentale Werk, das gelegentlich auch Leichtigkeit zu gewinnen vermag (mit einer eher klassischen Orchestrierung und dem Einsatz «volkstümlicher» Elemente wie Glöckchen oder einer verstimmten Solovioline), zeichnet sich dadurch aus, dass es mit einem vierten Satz in Form eines Orchesterlieds endet, dessen Stoff dem wenige Jahre zuvor vollendeten Zyklus Des Knaben Wunderhornentnommen ist. Dieses Lied mit dem Titel Das himmlische Leben für eine Sopranistin – hier die junge französische HEMU-Studentin Mathilde Louvat –, hat den klar formulierten Auftrag, uns in den Himmel zu tragen!
©Moreno Gardenghi



