Italienischer Barock
Haendel: «Il trionfo del Tempo e del Disinganno», Oratorium
Federico Fiorio, Sopranist
Chiara Skerath, Sopran
Christopher Lowrey, Countertenor
Nick Pritchard, Tenor
David Bates, Leitung
Bevor Händel in England zum grossen Triumphator der italienischen Oper wurde, verbrachte er einige Jahre in Italien, wo er die Kunst der transalpinen Meister in sich aufnahm und mehrere sakrale Werke schuf – da die Oper damals in der Ewigen Stadt verboten war. Sein Talent war so gross, dass die kirchlichen Würdenträger bereitwillig über die lutherischen Wurzeln des jungen Norddeutschen hinwegsahen. Dies galt insbesondere für Kardinal Benedetto Pamphili, der sich auch als Dichter betätigte und Händel 1707 das Libretto zu Il trionfo del Tempo e del Disinganno [Der Triumph der Zeit und der Ernüchterung] zur Verfügung stellte. Als Händels erstes römisches Oratorium wurde es im Palast des Kardinals Pietro Ottoboni, des späteren Papsts Alexander VIII., uraufgeführt. Zu vernehmen – und fast zu sehen – sind die leidenschaftlichen Wortwechsel zwischen vier allegorischen Figuren. Sie debattieren über die Haltung, welche die Figur der Schönheit einnehmen soll, die zwischen den «fleischlichen» Anbiederungen des Vergnügens und den moralisierenden Warnungen von Zeit und Ernüchterung schwankt; letztere heben die Vorzüge der Schönheit der Seele hervor, die sich für ein Leben in Askese entscheidet. Dieses unbestrittene Meisterwerk des Barock, das einige der glanzvollsten, virtuosesten und bewegendsten Musikstücke Händels enthält, wird uns hier von einem hochkarätigen britischen Ensemble präsentiert: La Nuova Musica, 2007 gegründet vom Countertenor David Bates, der die Klassen der ausgezeichneten Schola Cantorum Basiliensis durchlief.

